Wenn der Schnodder dem Kind unter der Nase gefriert und der Quetschie zum Drück-Eis wird, ist es an der Zeit, dem Spielplatz seinen Winterschlaf zu gönnen und in wärmere Gefilde zu ziehen.

Hier sind sie, meine Schlechtwetter-Aberdaskindmussraus-Ausflugs-Favoriten mit Altersempfehlungen für Mainz und Umgebung:

1. Das Hallenbad

Hier können Kinder sich ganz unbeschwert, nämlich ohne fünf Lagen Winterkleidung, auspowern. In Mainz gibt es das kleine, aber feine Hallenbad vom Mombacher Schwimmverein, das mit Schlangenrutsche, Spielgrotte und Kinderschwimmbecken für Kinder ab Vorschulalter ideal ist. Im Taubertsbergbad hat wegen andauernden Umbauarbeiten momentan leider nur das Sportbad geöffnet. Allerdings werden hier jeden Sonntag die Wassertemperatur hochgedreht und Spielsachen ausgepackt. Dann ist es auch hier gleich viel gemütlicher, ebenfalls für Kinder ab Vorschulalter.

Für alle, die mit Kleinkindern ins Warme möchten, kann ich die Rheinwelle in Gau-Algesheim empfehlen, wo vom Planschbecken bis zur Tunnelrutsche wirklich für jede Altersstufe etwas dabei ist. Aber Achtung: an Wochenenden kann es hier sehr voll werden!

2. Die Modelleisenbahn

Die große Modellbahnlandschaft im Foyer der Kinderklinik der Universitätsmedizin ist ein wahrer Schatz, wenn es darum geht, Kinder im Winter zu beschäftigen. Nicht nur, weil es schier unendliche Details zu entdecken gibt. Sie ist im Warmen! Mit Toiletten, behindertengerechten Spielplatz und einer immer geöffneten Bäckerei ganz in der Nähe (lokarlchen berichtete).lokarlchen-kinder-mainz-ausflug-schlechtwetter

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3. Der Indoor-Spielplatz

Ich gebe zu, für mich gibt es schönere Orte, als diese riesigen Hallen, vollgestopft mit kreischenden Kindern und brummenden Hüpfburgen. Aber sie erfüllen ihren Zweck, vor allem wenn es draußen eklig ist, die Indoor-Spielplätze. In Mainz sind das Tobolino (Laubenheim) und das Rambazamba (Mombach) angesiedelt (lokarlchen berichtete). Beide haben genug zu bieten, um tobebedürftige Kinder jeden Alters einige Stunden zu bespaßen.

Leider sind in den Hallen auch immer wieder Attraktionen versteckt, die man zusätzlich bezahlen muss, also macht euch auf Betteleien gefasst. Im Tobolino könnt ihr euer eigenes Essen mitbringen, wodurch ihr den Zuckerpegel eurer Kinder selbst in der Hand habt. Andererseits, wenn meine Kinder schon überzuckert sind, dann aber bitte in einem Indoor-Spielplatz.

4. Die Bücherei

Was gibt es Stimmungsvolleres, als in einem warmen Raum ein Buch zu schmökern, während draußen der kalte Wind durch die Straßen bläst? Das war eine rhetorische Frage. Ihr kennt hoffentlich alle die richtige Antwort. Ansonsten empfehle ich euch dringend mit euren Kindern an einem solchen Tag bei einer der vielen öffentlichen Bibliotheken vorbeizuschauen, die Mainz zu bieten hat.

Ganz vorne dabei und für Kinder jeden Alters geeignet: die Anna Seghers Bücherei (lokarlchen berichtete) mit großer Kinderbuchabteilung, Maltisch, Schaukelpferd und unheimlich vielen Medien zum Ausleihen (für Kinder gratis!). Außerdem die Mediathek des Institut Français mit Spielsachen, Bilderbüchern und vielen französischen Comicklassikern (ich sag’ nur “Astérix”). Und dann gibt es noch einige Stadtteilbüchereien, die ich persönlich nicht kenne, die aber sicherlich auch mal einen Besuch wert sind.

5. Der Botanische Garten

Tropisches Klima kann man auf dem Uni-Campus das ganze Jahr über haben. In den großen Gewächshäusern des Botanischen Gartens herrschen nämlich optimale Temperaturen nicht nur für frierende Kinder, sondern auch für exotische Pflanzen: Kaktus, Kakaopflanze und Kumpanen mögen’s warm. Und ganz nebenbei erfahren neugierige Kinder und Erwachsene einiges über das Grünzeug aus aller Welt. Schulkinder können sich eine App herunterladen, die sie durch die Anlage führt. Auch die Außenanlage ist natürlich sehr sehenswert. Schön studentisch lässt es sich dann mit einem warmen Getränk im Kulturkaffee oder im Baron wieder aufwärmen.

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6. Das Museum

Auch für Erwachsene ein Klassiker unter den Schlechtwetterbeschäftigungen ist sicher das Museum. Doch nicht alle Museen eignen sich gleich gut für den Besuch mit quirligen Kindern, wie ich auf die harte Tour (multiple Schweißausbrüche meinerseits) festellen musste.

Meine Favoriten in Mainz sind das frisch renovierte Naturhistorische Museum (nhm) und das Schifffahrtsmuseum (RGZM). Beide haben interaktive Stationen für Kinder, Dinge zum Ausprobieren und Anfassen und sprechen auch schon Kinder im Vorschulalter an. Die Innenstadtlage macht es bei beiden einfach, anschließend eine Gastronomie in der Nähe zu finden.

7. Das will geplant sein: hier solltet ihr euch vorher anmelden

Nichts für Kurzentschlossene, aber durchaus einer vorausschauenden Planung wert, sind meiner Meinung nach das Clip’n’Climb in Hechtsheim, sowie die Schwarzlichthelden und das Mal-Werk in der Altstadt. Sportlich oder kreativ, aber auf jeden Fall spaßig für alle Schulkinder geht’s in diesen wohltemperierten Läden zu. Nach Schwarzlicht-Minigolf und Keramik-Malerei können hungrige Familien noch gut in nahegelegene Gastronomien weiterziehen (bspw. Bergschön –lokarlchen berichtete– und Oma Else).

In Hechtsheim ist es da schon schwieriger mit einer Anschlussbeschäftigung, zumal das Klettern auf eine Stunde begrenzt ist. Andererseits brauchen die Kinder nach dem Clip’n’Climb eh noch ein bis zwei Tage, ehe der Adrenalinspiegel wieder auf ‘normal’ ist.

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So. Ich hoffe, für euch war der ein oder andere Seelenwärmer dabei. Für weitere Ideen bin ich wie immer dankbar. Schließlich hat der Winter noch gar nicht richtig angefangen!

Und denkt immer daran: der nächste Frühling kommt bestimmt.

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