Auch wenn #wirbleibenzuhause die Devise der Stunde ist, die inzwischen vermutlich jeder gerne befolgen möchte, stehen Familien, die nicht den Luxus eines eigenen Gartens haben, vor einem Problem: wohin mit den überdrehten Kleinen, wenn die Spielplätze gesperrt und die bekannten Parks und Promenaden leider immer noch viel zu bevölkert sind, um den nötigen Mindestabstand von zwei Metern zu gewährleisten? Hier kommen meine Frischluft-Vorschläge:

1. Fossilien suchen im Steinbruch Weisenau

Ein langer Rundweg führt Familien durch den ehemaligen Steinbruch, jetziges Naturschutzgebiet. Für Schulkinder gibt es eine gratis Unterrichtsstunde gleich mit dazu, wenn sie die Infotafeln über die Entstehung von Fossilien lesen und vielleicht selbst die ein oder andere versteinerte Schnecke in den Gesteinsbrocken entdecken.

2. Den Ober Olmer Wald durchforsten

Das Waldgebiet hinter Finthen, das bis vor Kurzem noch größtenteils vom Militär okkupiert war, wird weitaus weniger frequentiert, als der Lennebergwald. Wie wäre es damit auf den Hügel der Freundschaft zu steigen, dort wo einst die Raketenabschussstation stand, und die Sprüche zu entziffern, die in den Betonstufen eingelassen sind? Es sind Zitate von Menschen, die den Kalten Krieg erlebt haben. Da geht es um Zusammenhalt und Hoffnung in einer scheinbar ausweglosen Situation. Aber geht hin und lest selbst.

3. Rauf aufs Radel

Die Drei-Brücken-Tour, meine liebste Fahrradstrecke mit Kindern, ist mir momentan zu bevölkert. Aber wie wäre es mit einem Ausflug Richtung Finther Obstwiesen? Jetzt wo die Kirschblüte bald anfängt, sind die Felder besonders schön und es gibt viele verschiedene Wege, sodass man zu viel Kontakt vermeiden können sollte. Auch die Radstrecken am Rhein entlang, Richtung Nackenheim oder Richtung Budenheim, sind in der Regel gut genug ausgebaut, um den nötigen Abstand zu gewährleisten. Sie haben den Vorteil, dass sie mit ihren wenigen Höhenmetern auch von Kindergartenkindern schon gemeistert werden können.

Noch besser ist es natürlich, öffentliche Plätze komplett zu meiden. Damit das auch mit Kindern ohne Haareraufen gelingt, hier noch ein paar Tipps für Zuhause. Prima Nebenwirkung: damit unterstützt ihr lokale Geschäfte hier in Mainz.

1. Kultur und Sport mal Streamen

Das Galli-Theater Mainz hat nach seiner Schließung kurzerhand einen eigenen Podcast kreiert. Hier können eure Kinder von Profis eingesprochenen, spannenden Märchengeschichten lauschen. Hört rein und spendet Geld, wenn es euch gefällt. Auch das Staatstheater Mainz hat schon kreative Lösungen für den Saisonausfall verkündet. Ob da auch Kinderprogramm dabei sein wird, bleibt zu hoffen. Manch ein Sportangebot, wie z.B. die Tanzschule Movimento, bereiten Online-Kurse vor, die sicherlich prima sind, um dem kindlichen Bewegungsdrang ein Ventil zu geben.

2. Neues Futter fürs Hirn

Fesselnde Geschichten, knifflige Rätsel, lustige Klebehefte und Co – nie hat man sie dringender für seine Kinder gebraucht und nie war es einfacher, sie bei der Buchhandlung des Vertrauens zu bestellen und direkt nach Hause geliefert zu bekommen. Etliche Läden machen mit, unter anderem Bukafski, Büchergilde und Nimmerland.

3. Essen wie im Restaurant

Für meine Kinder ist es immer ein echtes Highlight, Essen an die Tür gebracht zu bekommen. Viele eurer Lieblingsrestaurants und Cafés mussten schon schließen und haben auf kontaktlosen Lieferservice umgestellt. Also macht ihnen, euren Kindern und, ich schätze, euch selber ab und zu mal eine Freude und lasst den heimischen Herd kalt. Wie wäre es mit Pizza von Cremina und als Nachtisch Kuchen von Annabatterie? Dann fühlt es sich fast so an, als säße man hipp und sorglos am Gartenfeldplatz.

4. Aufrüsten

Grundsätzlich lohnt es sich bei allem, was das Kinderherz und strapazierte Elternnerven begehren, zu aller erst einmal bei lokalen Anbietern zu checken, ob sie es nicht vielleicht liefern können. Vom Kinderspielzeug von Oh.Kiddo bis hin zur selbstgenähten Pumphose von Fenns ist so gut wie alles möglich. Die Initiative mainz.gebracht sammelt fleißig Mainzer Geschäfte auf einer Plattform, die bald online geht. Schaut auch da mal nach, eh ihr einem Onlinehandelgiganten erliegt.

Ich freue mich auf eure Ideen und Berichte. Was sind eure Zuhausebleib- und Weggehstrategien als Familie in Zeiten des elendigen COVID-19? Ab damit in die Kommentarspalte!

über die Autorin

Charlotte

Charlotte

Zugezogene Mainzerin, aus Liebesgründen hier hängen geblieben, Mutter von einem Wiesbadener (*2013), einem Meenzer Bub (*2015) und einem Meedsche (*2017), ehemals Klein-Gastronomin, immer noch Kaffeeliebhaberin, Stadtbummlerin und eigentlich, tief im Herzen, ein Dorfkind.

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