zaunloser Streichelzoo mitten in Mainz

Schön ist’s, in einer großen Stadt wie Mainz aufzuwachsen: umgeben von Spielplätzen und Spielgefährten, inspiriert von kreativen Menschen, verwöhnt mit einem kulturellen Angebot schon für die Kleinsten. Moment mal, und was ist mit der Naturverbundenheit? Wachsen hier nicht Kinder auf, die Kühe nur von der Milchpackung kennen? Nein, in Mainz City findet man Natur selbst in ihrer ursprünglichsten Form. Die Schafe an den Römersteinen sind hierfür die besten (und süßesten) Zeugen.

Unterhalb der Uniklinik, an der Straßenbahnlinie 52 Haltestelle Römersteine, ist es, das Freigehege der Mainzer Schafe. Gut 50 Tiere zählt die Herde des Hirten Günter Dorn aktuell, die Lämmer mit eingerechnet. Der Römersteinhirte und seine Helfer wachen bei Wind und Wetter über ihre „Schätzchen“, ohne Hütehund und dafür mit viel Hingabe. Sie haben auch nichts dagegen, wenn das Kind die freilaufenden Schafe mit trocken Brot füttert. Begeistert kommt dann gleich ein ganzer Schafspulk angelaufen und scheut sich nicht davor, mit den Kindern auf Tuchfühlung zu gehen. Wem das zu spannend ist, der kann natürlich auch einfach beobachten und sich an den tapsigen Lämmern freuen. Mein Sohn fühlt sich, wenn die doch hüfthohen Tiere ankommen, momentan noch auf meinem Arm am wohlsten.

Sollte man die Herde mal nicht antreffen (manchmal werden die Schafe in andere städtische Gefilde zum Abgrasen geschickt), dann kann man das Brot in die Tonne der Schäferhütte werfen. Der Verein Freundeskreis Römersteine e.V. sammelt auch gerne monetäre Spenden für den Erhalt des Grüngürtels rund ums ehemalige Aquädukt. Außerdem können Strickwaren aus echt Mainzer Schafswolle, von Vereinsdamen gestrickt, erstanden und die Schafsherden so unterstützt werden.

Schön wär’s, wenn dieses Stück Natur zum Anfassen noch lange bestehen bleibt und Mainzer Kinder weiterhin teilhaben können am Wachsen und Gedeihen ihrer Römersteinschafe.

 

über die Autorin

Charlotte

Charlotte

Zugezogene Mainzerin, aus Liebesgründen hier hängen geblieben, Mutter von einem Wiesbadener (*2013), einem Meenzer Bub (*2015) und einem Meedsche (*2017), ehemals Klein-Gastronomin, immer noch Kaffeeliebhaberin, Stadtbummlerin und eigentlich, tief im Herzen, ein Dorfkind.

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