Urlaub zu Hause, juhu! Schön im Regen mit drei kleinen Kindern durchs trübe Mainz stiefeln – wer braucht da noch Italien? Aber wir haben, wie ich finde, das Beste draus gemacht und waren mal ganz tourimäßig unterwegs: von Museum zu Museum getingelt, am Wochenmarkt vorbei und zwischendrin immer schön Käffchen getrunken, Pizza und Eis gegessen. Da kam sogar trotz Regen Urlaubsstimmung auf.

Museumsbesuch? Manch einer mag da eher gähnen als an Urlaub denken. Ich finde aber, in der Museumspädagogik hat sich einiges getan. Inzwischen bieten die meisten Museen ein lustiges Begleitprogramm für kleine Kinder an. Auch die praktischen Seiten dieser Institutionen weiß ich durchaus zu schätzen: sie sind meistens an öffentliche Verkehrsmittel angebunden, nehmen auf Rollstühle und somit auch auf Kinderwägen Rücksicht und sind mit Wickeltischen ausgestattet. So auch das Landesmuseum Mainz.

Zeitzeugen auch mal zum Anfassen

Die Ausstellungsstücke des Landesmuseums mögen nicht so catchy für kleine Kinder sein, ich selbst war aber von der kleinen aber feinen Sammlung, die von der Vorgeschichte bis zur Moderne einiges abdeckt, beeindruckt. Die Kinder spazierten durch die Ausstellung und staunten über die riesigen, oft knalligen „Bilderbuchseiten“. Mein Dreijähriger setzte schon zu ersten Interpretationsversuchen von Picasso & Co an – mal eine ganz neue Perspektive. Immer wieder gibt es Dinge und Bildschirme zum Anfassen – wahre Inseln der Wohltat nach dem ganzen „Nicht anfassen“-Geschreie. Leider scheinen sie eher für größere Kinder konzipiert worden zu sein und gerade in der Abteilung zur Moderne könnte man da, meiner Ansicht nach, noch viel mehr machen.

Landesmuseum - Mainz - Kinder - Schlechtwetter - Museumspädagogik - Familienausflug - Stullenandi

spielerischer Zeitvertreib

Für die Aufmerksamkeitsspanne meiner Kinder reichen zwei Ausstellungsräume. Denn es gibt ja auch noch den extra Kinderraum, den „Zeitraum“. Hier kann zurzeit die Arbeit der Archäologen spielerisch nachvollzogen werden: von der Ausgrabung bis hin zur Bestimmung der Fundstücke. Am meisten Spaß hatten wir beim Nachbau eines Hauses von anno dazumal mit Holzstäben. Türmchenbau mal anders.

Landesmuseum - Mainz - Kinder - Schlechtwetter - Museumspädagogik - Familienausflug - Stullenandi

Landesmuseum - Mainz - Kinder - Schlechtwetter - Museumspädagogik - Familienausflug - Stullenandi

Wer nach so viel Wissen auch was Nahrhaftes aufnehmen möchte, kann direkt vor Ort beim „Herrn Stullen Andi“ mit seinem unaufgeregt regionalen Essen einkehren. Dieser catert auch die Sommerevents, die im Innenhof vom Landesmuseum stadtfinden.

Landesmuseum - Mainz - Kinder - Schlechtwetter - Museumspädagogik - Familienausflug - Stullenandi

Zwischen Kunst und Kaffee vergeht die Zeit hier im Nu, Schietwetter hin oder her. Wenn euch die Museumslust jetzt gepackt hat, habt ihr es von hier aus nicht weit zum Naturhistorischen Museum, aber auch die Kunsthalle und das Gutenbergmuseum sind fußläufig zu erreichen. Verlangt es euch eher nach Frischluft und Toben, dann spaziert doch zum Rhein und zu seinem Spielplatz.

Ich hoffe, ihr habt Lust bekommen, auch mal Touri in eurer Stadt zu spielen und bin gespannt auf eure Berichte.

über die Autorin

Charlotte

Charlotte

Zugezogene Mainzerin, aus Liebesgründen hier hängen geblieben, Mutter von einem Wiesbadener (*2013), einem Meenzer Bub (*2015) und einem Meedsche (*2017), ehemals Klein-Gastronomin, immer noch Kaffeeliebhaberin, Stadtbummlerin und eigentlich, tief im Herzen, ein Dorfkind.

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