Mainzer Familientreffpunkt besonderer Art

Im Herzen der Neustadt, zwischen Bopp- und Hindenburgstraße, ist der Gartenfeldplatz gelegen. Der Name klingt nach Vogelgetzwitscher und Heuballen und tatsächlich ist es idyllisch hier, jedoch im besten Großstadtsinn. Denn um den Platz herum herrscht eine für Mainz unübliche Dichte an hippen Lokalitäten. Aber man muss nicht „cool as Berlin“ sein, um eine schöne Zeit am Gartenfeldplatz zu verbringen. Über die letzten Jahre ist hier ein Ensemble entstanden, das  auch für Kinder einiges zu bieten hat.

Der Platz selbst besteht zur Hälfte aus einem Kinderspielplatz. Mit großer Rutsche und ungesicherter Schaukel ist er eher was für ältere Kinder, wenn überhaupt (meistens sitzen Eis schleckende Studenten auf der Schaukel). Aber auch kleinere Kinder kann man mit Kieselsteine-Sammeln und Mini-Karussell einige Zeit bei Laune halten. Leider fehlt eine Begrenzung zur Straße hin, so dass bewegungsfreudige Kinder nicht lange aus den Augen gelassen werden können. Wer nach mehr Abwechslung und Platz verlangt, dem empfehle ich den nah gelegenen Lessingspielplatz, der umzäumt und längst nicht so überlaufen ist.

Gerade im Sommer ist der Gartenfeldplatz rappelvoll mit Eisessern, denn hier ist das legendäre Neustadt Eis, das N’Eis, angesiedelt. Beim N’Eis kann man fancy Sorten wie „grüne Soße“ und „Riesling“ ergattern, oft jedoch nur nach längerem Anstehen. Das N’Eis hat auch immer wieder vegane Sorten in der Truhe, was für viele Mainzer Grund genug ist, diese Eisdiele zur Pilgerstädte zu ernennen. Die täglich wechselnden Sorten werden auf der n’eis’schen Facebook-Seite veröffentlicht.

Direkt gegenüber ist ein weiterer Anlaufpunkt für Mainzer Veganer, aber auch Vegetarier und für alle Leute, die sich glutenfrei ernähren. Im sogenannten Schrebergarten kann man Kumpir essen. Das sind heiße Kartoffeln, nach Belieben oder mit liebevoll zusammengestellten Kreationen gefüllt.

Hat man sich satt gegessen, lockt das Bukafski mit Kaffee, Büchern und Kinderspielecke. Auf der anderen Seite des Gartenfeldplatzes hält die Bagatelle die Stellung, mit der leider einzigen Wickelmöglichkeit am ganzen Platz.

Gegenüber ist das Café Annabatterie angesiedelt, welches schon häufiger dafür gelobt wurde, Berliner Flair in die Mainzer Neustadt zu bringen. Hier kann man sich in unbequeme Flohmarktstühle flätzen und echt leckere Speisen verspeisen, natürlich auch als Veganer. Der Service und die Einrichtung sind jedoch nicht wirklich kinderfreundlich und ich wage mich eigentlich nur hier herein, wenn Sohn im Kinderwagen friedlich schläft.

Neuster Zuzug am Gartenfeldplatz ist der DIY-Laden Klotz & Quer, wo man in Workshops unter Anleitung oder ganz eigenständig werkeln kann. Wie kinderfreundlich das Angebot von Klotz & Quer ist, gilt noch herauszufinden. Um schöne, hippe Einrichtungsgegenstände zu kaufen ist es allemal eine gute Adresse.

Und da haben wir es, einen Platz, der die Mainzer Familie rundum beglücken kann: mit was Leckerem, was Süßem, was Lesenswertem, was Dekorativem, was Spaßigem und vor allem was Besonderem.

 

über die Autorin

Charlotte

Charlotte

Zugezogene Mainzerin, aus Liebesgründen hier hängen geblieben, Mutter von einem Wiesbadener (*2013), einem Meenzer Bub (*2015) und einem Meedsche (*2017), ehemals Klein-Gastronomin, immer noch Kaffeeliebhaberin, Stadtbummlerin und eigentlich, tief im Herzen, ein Dorfkind.

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